Chronik der Brauerei Fuchsberg
Nach der Landnahme des Naabtales vom 10. bis 12. Jahrhundert drangen die bayrischen Siedler auch in die Gebiete östlich der Naab vor. Immer weiter schoben sich die Rodungsinseln in die noch unerschlossenen Waldlandschaften des Grenzgebirges hinein. Von Perschen her, damals mit St. Peter kirchlicher Mittelpunkt des Nordgaus, brachten die christlichen Siedler das Evangelium zu den Orten der noch heidnischen Slawen, die sich um die gleiche Zeit selbstständig siedelnd im Murach- und Schwarzachtal niedergelassen hatten.
Neben dieser friedlichen Fühlungsnahme mit den Slawen waren die deutschen Könige bestrebt, die diesseits des Böhmerwaldes liegenden Gebiete deutsch zu erhalten und die vom Osten kommenden Siedler auf ihre jenseits des Grenzgebirges liegenden Stammsitze zurückzudrängen. Das neu gewonnene Land musste geschützt und verwaltet werden, Verkehrwege waren noch zu überwachen und zu sichern. Um das zu gewährleisten, entstanden in den Markgrafschaften unserer Gegend so wehrhafte Höhenburgen wie Haus Murach oder die Schwarzenburg bei Rötz, aber auch kleinere Ministerialburgen wie etwa Wildenstein oder Frauenstein.
Darüber hinaus errichteten die begüterten Familien des Hochadels zahlreiche Herrenwohnsitze, auf denen Sie wiederum Adelige als Dienstmänner einsetzten, die für sie die Verwaltungsaufgaben der Güter und Ländereien wahrnahmen. Ein solcher Edelsitz, wegen seiner beachtlichen Verteidigungs- anlagen "Festeshaus" genannt, war auch in Fuchsberg an exponierter Stelle erbaut worden. Das Festhaus zu Fuchsberg, diente aber nicht nur dem Schutze seines Herren und dessen Familie. In Zeiten der Gefahr war es auch Zufluchtsstätte der hier ansässigen hörigen Leute, die außerhalb der Feste in kleinen hölzernen Häusern lebten. ... weiter
Chronik der Brauerei Fuchsberg
Ebenso konnten hier die Abhängigen nach Katastrophen wie Feuerbrunst oder Überschwemmungen vorübergehend eine Bleibe finden. Es leuchtet ein, dass mit der Erfindung des Schiesspulvers die wehrhaften Befestigungsanlagen des Herrschaftssitzes in Fuchsberg ihre Bedeutung verloren hatten. Da sie den Feuergeschossen ohnehin nicht mehr hätten standhalten können, ließ man sie verfallen oder brach sie ab. Die jeweiligen Herren zu Fuchsberg gestalten mit diesem Bruchmaterial Gebäude, die je nach Erfordernis mehr wohnlichen beziehungsweise wirtschaftlichen Zwecken dienten. In einer Abhandlung unter dem Titel "Schloss Fuchsberg" aus dem Jahre 1926 liefert uns Georg Dorrer aus Neuburg v. Wald eine Beschreibung, wie die Schlossanlage früher ausgesehen haben dürfte. "Das Gebäude steht auf einem aus dem Berghang halbrund vorspringenden Hügel und war im Mittelalter, wie auf der Rückseite heute noch erkenntlich, mit Befestigungsanlagen bewehrt. Der aus dicken Eichenbohlen bestehende Torflügel konnte durch einen starken Balken, der von einem Mauerkanal im Torgewände quer über den ganzen Torflügel zu einem Mauerkanal des gegenüberstehenden Torgewändes lief, verriegelt werden, gewöhnlich etwa 10 Meter über dem Erdboden angebracht und war nur auf einer vom Eingange aus einziehbarer Holz- oder Strickleiter zu erreichen. Der Verschluss war der gleiche feste wie beim Tore."
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